Hotels sollen die Preise senken
Kurz vor dem Start der ermäßigten Mehrwertsteuer auf Übernachtungen haben Verbraucherschützer Hotels und Pensionen aufgefordert, die Übernachtungspreise zu senken. Er erwarte, dass die Betriebe "ihr Steuergeschenk zum 1. Januar in großem Umfang an die Kunden weitergeben", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Gerd Billen, der "Frankfurter Rundschau". Die Verbraucherschützer würden das Verhalten der Branche genau beobachten.
Nach einem umstrittenen Beschluss der schwarz-gelben Bundesregierung müssen Hotels und Pensionen ab Jahresbeginn für Übernachtungen nur noch sieben statt bisher 19 Prozent Mehrwertsteuer abführen. Die Lobbyisten der Branche hatten seit Monaten auf eine Senkung gedrungen und dies unter anderem mit den niedrigeren Sätzen in angrenzenden Ländern begründet.
Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Burgbacher (FDP), nahm die Branche ebenfalls in die Pflicht. Er erwarte, dass Hotels und Pensionen ihre Preisentscheidungen "schnell und deutlich sichtbar" träfen. Auch der ADACTourismuschef Max Stich forderte, dass die Steuerentlastung beim Endverbraucher ankomme.
Der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Brandenburg, Olaf Lücke, sagte hingegen, man solle "die Kirche im Dorf lassen". Das Geld, das die Hoteliers weitergeben sollten, müsse erst einmal verdient werden. Zudem bräuchten die Betriebe Geld für Investitionen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der eine oder andere Hotelier würde auch das Gehalt der Angestellten verbessern.
Nachricht vom 2.1.2010
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